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#1

Das Ende der Automobilität?

in Allgemeines 02.07.2008 12:48
von sinovelo | 903 Beiträge | 970 Punkte

So langsam dämmert die Erkenntnis: So wie es jetzt ist, kann es nicht weitergehen.

Nicht erst seint "Grenzen des Wachstums" vom Club of Rome, Ende der 70er weiß man: Öl als Rohstoff wird in absehbarer Zeit zu wertvoll sein, um es in großen Mengen zu verbrennen.

Und: Benzin wird nie wieder so billig sein wie heute. Will heißen: Es wird nur noch teurer werden.
Und dabei fangen große Teile der Welt gerade erst an, individuelle Mobilität zu erlangen.

Die juckt es wenig, wenn schwäbische Luxuswagenhersteller Konzeptcars auf die Beine stellen, die S-Klasse-Komfort mit gemindertem Spritverbrauch vereinen. Das wird ein Minderheitenprogramm bleiben.

Wie sieht das (Welt-)Auto der Zukunft wohl aus?
Ich habe lange nachgedacht. Und auch mal geschaut, ob es da nicht schon was gegeben hat.

Und siehe da:



So ein Ami8-Kombi vereint so viele Qualitäten, die ein Weltauto auszeichnen könnten:

- geringstmöglicher Materialverbrauch, geringes Gewicht
- ausreichend Motor, geringer Verbrauch
- Schlechte-Wegstrecken-tauglich
- als Taxi einsetzbar
- reparaturfreundlich
- un-elektronisch
- zeitlos
- Personen- oder Lastbeförderungs-geeignet

Ich glabe, ich rufe mal Kofi Annan an!
Oder hat jemand einen besseren Vorschlag?


zuletzt bearbeitet 06.05.2012 17:22 | nach oben springen

#2

Das Ende der Automobilität?

in Allgemeines 03.07.2008 07:23
von yoyo • Stammgast | 189 Beiträge | 239 Punkte
Tja, mehr als einen R 4 braucht man eigentlich nicht.
Aber der Durchschnitts-Bürohengst möchte doch gerne morgens auf dem Weg zur Arbeit in einem klimatisiertem SUV vier leere Plätze spazieren fahren.

€ 100,-- Parkplatzgebühr im Monat statt freiem Platz im Parkhaus, dazu City-Maut von 5-10 Uhr und 14-18 Uhr, erst dann würde es vielleicht jemandem dämmern, wieviel Geld er sinnlos verpulvert.

Die wirklichen Pendler vom Land in die Stadt könnte man ja etwas schonen, aber wenn man für 2 km zur Arbeit oder zum Kindergarten immer mit dem Auto fahren will, muss es einfach weh tun im Geldbeutel.

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#3

Das Ende der Automobilität?

in Allgemeines 03.07.2008 11:11
von sinovelo | 903 Beiträge | 970 Punkte
Stimmt: R4 wäre eine gute Alternative.

Vor gut 15 Jahren war ich ein paar Mal in Zimbabwe. Also, als es dort noch paradiesisch war. Da gab es als Taxis alte Datsun 1200 - die waren furchtbar eng und unbeliebt wegen ihres enormen Kardantunnels.

Und eben R4-Taxis, in die man bequem ein- und aussteigen konnte, und die auch den Einkauf vom Markt locker wegsteckten.

Einzig der im Vergleich zu den kleinen Zitronen fehlende separate Rahmen scheint für einen Einsatz als Weltauto etwas ungeeigneter.

In Madagascar gibt's auch heute noch R4 und 2CV-Taxis, so berichtete mir mein kleiner Freund aus Antananarivo. Muss ich mal hin!

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#4

Das Ende der Automobilität?

in Allgemeines 03.07.2008 16:41
von Claus | 1.084 Beiträge | 1800 Punkte
Hallo Henning und Yoyo,

ein tolles Thema habt ihr da aufgesetzt! Ob aber der AMI8 das Auto für Alle ist, ich weiß es nicht.

Nicht dass der AMI8 irgendwie witzlos daherkommt. Im Gegenteil, das Auto ist ungeheuer praktisch und bedient auch durchaus verschiedene Wunschbilder:

- Die Limousine mit Fastback-Heck für den nicht ganz konservativen Geschmack
- Der Kombi für den modernen Freizeitmenschen
- Der Tolé (Lieferwagen) für Micro-Van-Fans
- Der AMI Super für den Leistungsfetischisten
- Der M35 mit seiner Coupé-Karosserie und dem Wankelmotor für den Individualisten

Im heutigen Angebot sehe ich das Ideal-Auto eher in Angeboten wie dem Berlingo oder Kangoo. Selbst VW hat das erkannt und den Caddy Life geschaffen. Natürlich macht so ein Auto nicht viel her. Der Neid der Nachbarn wird sich erst entwickeln, wenn der Transport von Kleinmöbeln ansteht...

Geringer Verbrauch, einfacher Aufbau und gleichzeitig ein vernünftiges Raumangebot bei geringen Außenmaßen ist ein guter Kompromiß.

Eine Anmerkung noch zum Aufbau des Renault 4: Der Wagen hat wie der 2 CV und der VW Käfer ein separates Fahrgestell, auf das die Karosserie aufgeschraubt wird.


Mit freundlichen Grüßen
Claus

Allons enfants de la patrie, le jour de gloire est arrivé ...
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#5

Das Ende der Automobilität?

in Allgemeines 04.07.2008 11:55
von yoyo • Stammgast | 189 Beiträge | 239 Punkte
Jau, den Berlingo oder Kangoo noch 30 cm höherlegen, SUV dranmalen und schon kann man wieder protzig beim Asi-Toaster und im Büro vorfahren....

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#6

Das Ende der Automobilität?

in Allgemeines 04.07.2008 14:43
von Claus | 1.084 Beiträge | 1800 Punkte
Hallo Yoyo,

zumindest den Kangoo gibt es auch in SUV Ausführung. Beim Berlingo hat es nur zum Pseudo-SUV nach dem Vorbild der längst verblichenen, tschuldigung... weggerosteten Talbot-Matra Rancho gereicht.

Natürlich erreichen die nicht die Attraktivität des Oberförster-Golf mit dem Namen Country. Der ist heute in der Szene bekannt als einziger Golf, den man einen halben Meter tiefer legen kann. Ein nicht unwichtiges Argument bei einschlägigen Stammtisch-Diskussionen!

Nun mal im Ernst: Die stetig steigenden Spritpreise einerseits und die ausschließlich industriefreundliche Politik fördert doch fast nur noch abstruse Entwicklungen. Einfaches Beispiel:

Ein Wagen mit Benzinmotor, der heute mit G-Kat als sauberstes Fahrzeug angepriesen wird, ist in spätestens 3 Jahren in die Reihe der Dreckschleudern, Klimavernichter, wenn nicht gar Staatsfeinde durchgereicht.

Wir leisten uns den Luxus, dann zu verlangen, dass dieses ökologisch "unerträgliche" Fahrzeug sofort durch ein neues ersetzt werden muss. Eventuell läßt sich das Auto dann noch für ganz kleines Geld nach Afrika oder in den vorderen Orient verkaufen. Dort zerstört es dann noch 20 Jahre die Ozonschicht und den Regenwald! Nur bei uns ist es aus den Augen - irre, nicht wahr?

Wann lernen wir endlich, dass solches Handeln nichts bringt? Wann lernen unsere Politiker endlich, dass es nichts bringt, selbst bei marginalen technischen Verbesserungen, alles was davor entwickelt wurde, mit Strafsteuern zu belegen? Wann lernt der Bild-lesende Durchschnitts-Deutsche, dass man gegenüber der Politik nicht machtlos ist?

Es wird wohl nie was werden

Mit freundlichen Grüßen
Claus

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#7

Das Ende der Automobilität?

in Allgemeines 06.07.2008 08:36
von yoyo • Stammgast | 189 Beiträge | 239 Punkte
Es muss einfach nur NOCH teurer werden....damit die sich von PKWs leerenden Autobahnen mit osteuropäischen LKWs aufgefüllt werden können....
Wusstet ihr schon, das diese Trucker nach Abladen der Fracht tagelang(!) auf deutschen Rasthöfen LKW-Parkplätze blockieren und auf Anschlußaufträge warten, weil das für die Ost-Speditionen billiger ist?

Ich halte sowieso den vielerort zu beobachtenden dreispurigen Ausbau von Autobahnen für unsinnig, weil damit nur eine zweite Spur für LKWs eingerichtet wird (und zynischerweise bezahlt von den den Autofahrern mit ihrer Spritsteuer).
Eine "Entlastung von staugefährdeten Abschnitten" wird das nur für wenige Jahre sein....
Mann ist das Wahlvolk dumm!!

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#8

Das Ende der Automobilität?

in Allgemeines 09.07.2008 00:03
von sinovelo | 903 Beiträge | 970 Punkte
tssss, es geht NUR über's Geld oder über Verordnungen. Leider. Alle Appelle an den Verstand bringen erwiesenermaßen gar nichts.

Die Entsorgung nach Afrika hat auch was für sich: Man kann - mit ein bisschen Glück - im Peugeot 404 Taxi gefahren werden. Schick!

Und ich kriege meine geliebten schmalen 60er-Jahre-Krawatten, passend zu meinem Schmalspur-Körper. Viel bequemer, als sich den Körper so hinzutrainieren, dass er zu den umschnallbaren Bettlaken passt, die hier gerade "in" sind.

Also: Auf nach Afrika!

R4 mit eigenem Rahmen? Muss ich mich nochmal drunterlegen und nachsehen. Im Sommer 2006 hatte ich das außerordentliche Vergnügen, eine größere Runde im R4 chauffiert zu werden. Welch ein Spaß!

Berlingo und Kangoo: D'accord, allerdings fehlt bei denen die Versuchung des Leichtbaus. Ich merke das bei der GSA: Die alte Dame hat nur 65 PS, geht aber ab wie Schmidts Katze. Oder denkt an die ersten Passat - meist Variants - mit 75 PS. Ungeheuerlich agil. Ein Weltauto muss unbedingt ein Leichtbau sein. Also ein Ami8 mit Edelstahlrahmen und Alu-Karosserieteilen. Das wärs.

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#9

Das Ende der Automobilität?

in Allgemeines 09.07.2008 12:42
von Claus | 1.084 Beiträge | 1800 Punkte
Hallo Henning,

den R4 sehe ich wie den 2CV und den Käfer als einen Zwischenschritt hin zur selbsttragenden Karosserie. Hier wie da sind es Rahmen-Bodenanlagen, die mit der eigentlichen Karosserie verschraubt wurden. Im Gegensatz hierzu sehe ich die "amerikanische" Bauweise, bei der in der Regel ein Leiterrahmen zum Einsatz kam. Diese Bauweise war bei Ford, GM und Chrysler noch bis in die 90er vertreten.

Wie ein typischer Leiterrahmen aussieht, kannst du hier am Beispiel eines Ford Vedette sehen

Dazu im Vergleich nun der Rahmen des R4. Und damit der Spaß nicht zu kurz kommt, habe ich auch noch zwei gepimpte Exemplare gefunden:

Für den ausgefallenen Geschmack...

Transportprobleme mal anders gelöst...


Mit freundlichen Grüßen

Claus

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#10

Das Ende der Automobilität?

in Allgemeines 10.07.2008 15:50
von yoyo • Stammgast | 189 Beiträge | 239 Punkte
Und warum drückt die junge Dame mit ihrem Popo ne Delle in den Kotflügel?
Die gehört hinten auf den Pick-Up Aufbau mit ner Horde bayerischer Jungbullen und einem Kasten Erdinger für die Fahrt zur P1 in München.
Zur Belohnung darf sie dann Verena Kerr als Moderateuse bei einem Minderheiten-TV-Sender ablösen (z.B. Männer-TV)

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#11

Das Ende der Automobilität?

in Allgemeines 10.07.2008 17:11
von Claus | 1.084 Beiträge | 1800 Punkte
Verena Kerr? Wer ist das? Muss ich die Dame kennen? Oder meinst Du mit Männer-TV vielleicht das allabendliche Ratespiel um Automarken mit einem "ä,ö oder ü" an der zweiten Stelle - moderiert von einer leicht bekleideten Dame, die sich im Laufe des Spiels noch weiter entblättert??

Ich liebe solche Sendungen! Die heben das Niveau der deutschen TV-Landschaft ins Unermeßliche.


Mit freundlichen Grüßen
Claus


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#12

Das Ende der Automobilität?

in Allgemeines 11.07.2008 09:58
von sinovelo | 903 Beiträge | 970 Punkte
Danke Claus,

eine schöne Zusammenfassung.

Wenn man sich dann zum Vergleich auch noch einmal einen Entenrahmen anschaut:



dann wird hoffentlich klarer, was ich meine. Sollte ein derart ausgestattetes Fahrzeug wieder "gerichtet" werden, dann gestaltet sich die Angelegenheit wesentlich einfacher als wenn man es mit Pressblechteilen zu tun hat.

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